
Am Morgen haben wir im glamourösen Ballsaal herrlich gefrühstückt und anschliessend im wunderschönen Garten vor dem Hotel gewartet, bis der Kleinbus für unseren letzten Ausflug dieser Reise eintraf. Und so sahen wir auch Lukman hinten bei Rajin auf dem Motorroller sitzend ankommen. In der Empfangshalle schenkte Rajin uns allen einen Anstecker mit einem Gurkha-Symbol, eine sehr nette Überraschung.
Als der Bus da war, verabschiedeten wir uns herzlich von ihm – wir werden ihn vermissen! Wir haben ihn eingeladen, in die Schweiz zu kommen; ob das tatsächlich klappen wird, bleibt abzuwarten.
Unser Reiseleiter für diesen Tag war wiederum Shiva, unser erster Halt galt Changu Narayan, dem ältesten Hindu-Tempel Nepals. Er liegt etwas ausserhalb von Kathmandu und natürlich auch auf einem Hügel, sodass wir bei der Ankunft zunächst noch ein Stück bergauf laufen mussten, aber das war zum Glück nicht so steil, und unterwegs kamen wir an vielen kleinen (touristischen) Läden vorbei, in denen es auch viel zu sehen gab.

Der Tempel befindet sich im Innenhof eines ehemaligen Palastes, der heute als Wohn- und Geschäftsgebäude genutzt wird. Der Tempel selbst ist nicht besonders gross, aber die Holzschnitzereien sind wunderschön, und auch die Statuen, die überall herumstehen, sind sehr schön und werden – angesichts der Farbe der Pulver, die über sie gestreut werden – aktiv verehrt. Darüber hinaus befinden sich im Innenhof noch einige kleinere Tempel und Schreine sowie in den Nischen entlang der Mauer Utensilien für den Transport der Kultfigur während religiöser Feste.
Nach dieser Besichtigung ging es zurück zum Bus, wo wir in einem kleinen Laden noch ein paar Geschenke für unsere Enkelkinder fanden.

Unser nächster Besuch führte uns nach Bhaktapur, einer wunderschön erhaltenen mittelalterlichen Stadt mit einer Newari-Bevölkerung. Über die ganze Stadt verteilt liegen vier Hauptplätze, die wir alle besichtigt haben: Dattatraya Square, Taumadhi Square, Pottery Square und Durbar Square. Nach einer kurzen Besichtigung des Innenhofs eines ersten Tempels mit wunderschönen dunklen Holzschnitzereien, für die die Newari berühmt sind (für die Wissbegierigen: der Nava-Durga-Tempel), spazierten wir weiter und gelangten zum Dattatraya Square, wo wir in einem Restaurant im ersten Stock mit Blick auf den örtlichen Tempel (Dattatraya-Tempel) geluncht haben.

Nach dieser Pause schlenderten wir weiter durch schmale Gassen mit (touristischen) Läden, in denen auch einige Frauen sassen und sich mit Spinnen und Stricken beschäftigten (auf ihren Fingern statt mit Stricknadeln!). Wir kamen auch an einem Museum mit verschiedenen Abteilungen vorbei, dessen Fenster mit Newari-Holzschnitzereien verziert sind; die meisten sind Nachbildungen, aber eines davon ist noch original, das sogenannte Pfauenfenster.

Es dauerte seine Zeit, bis wir am Taumadhi Square ankamen und Shiva seine Geschichte erzählen konnte – unterwegs gab es einfach so viel zu sehen. Er hatte alle Mühe, uns zusammenzuhalten, und ich hatte ab und zu schon ein bisschen Mitleid mit ihm.

Rund um den Platz stehen Bauwerke im traditionellen Newari-Stil mit einer Reihe von Tempeln, von denen der berühmteste wohl die Nyatapola-Pagode ist, ein fünfstöckiger Tempel. Einige unserer Gruppe sind die Treppen hinaufgestiegen, ich begnügte mich mit einer kurzen Verschnaufpause.

Nicht weit davon entfernt liegt der Pottery Square, wo, wie der Name schon vermuten lässt, hauptsächlich Töpferwaren hergestellt werden. Überall lag Töpferware zum Trocknen herum, und wir haben auch eine Weile bei den Töpfern selbst in ihren Workshops zugeschaut, wie sie Töpfe herstellten.

In Richtung Durbar Square gingen wir durch eine schmale Gasse, in der sich neben den unvermeidlichen Souvenirläden auch kleine offene Ateliers befanden, in denen Künstler meditative Malerei schufen, die sogenannte Thangka-Malerei. Wir haben eine Weile zugeschaut, was die Künstler überhaupt nicht störte; sie waren ganz in ihre Arbeit vertieft. Ich fand nicht alles gleichermassen gelungen, aber eine junge Frau arbeitete gerade an einem Mandala in Schwarz und Gold, und das war wirklich wunderschön.

Schliesslich kamen wir am Durbar Square an, wo sich neben dem ehemaligen Königspalast (in dem heute unter anderem das National Art Museum untergebracht ist) erneut viele Tempel befinden. Inzwischen konnten wir eine Pause gut gebrauchen und haben auf einer Terrasse am Platz herrlich im Schatten etwas getrunken und das bunte Treiben auf dem Platz genossen.

Danach sind wir über den gesamten Platz gelaufen und haben unterwegs noch einen kurzen Abstecher in einen der wenigen noch erhaltenen Innenhöfe des Palastes eingelegt, den man durch das (berühmte) Golden Gate betritt. In diesem Innenhof (Thanthu Darbar Hiti) befindet sich ein in den Boden eingelassenes Steinbecken, das rundherum von Kobras umsäumt ist. Am Ende des Platzes wurden wir wieder von unserem Kleinbus abgeholt, gegen halb fünf waren wir zurück im Hotel.
(Mit Dank an den phänomenalen Orientierungssinn meines Mannes, ohne ihn wären Wegbeschreibungen nicht halb so zuverlässig).
Am Abend ging es sozusagen als Abschiedsdiner gemeinsam in ein Restaurant in der Stadt, das für seine exzellenten Steaks bekannt ist (ich durfte zusammen mit einem Reisegefährten per Taxi durch ein abenteuerlich-hektisches Kathmandu fahren). Und tatsächlich, die Steaks waren köstlich und es wurde ein gemütliches und geselliges Beisammensein. Den Rückweg legten wir in Fahrradrikschas zurück.

Der letzte Tag in Kathmandu war frei, um noch Gelegenheit zu bieten, ein paar letzte Einkäufe für die Daheimgebliebenen zu erledigen und noch etwas auf diese Reise zurückzublicken. Da wir unsere Geschenke bereits gefunden hatten, hatten wir kein Bedürfnis, noch in die Stadt zu fahren. Nach einem erneut hervorragenden Frühstück verbrachten wir den grössten Teil des Tages im wunderschönen Garten vor dem Hotel an einem schattigen Plätzchen mit Lesen und Schreiben. Am Nachmittag ging es aufs Zimmer, um uns frisch zu machen und zu duschen, danach in die Bar, wo auch die anderen nach und nach eintrudelten. Es wurden ausgesprochen vergnügliche Stunden mit guten Drinks, und wir bestellten ein paar grosse Platten mit Häppchen zum Abendessen. Lukman kam auch noch kurz vorbei und hatte ein Abschiedsgeschenk für uns dabei, als Andenken an unsere Reise: eine kleine Plakette auf einem Holzsockel, auf der unsere Namen aufgedruckt waren – eine wirklich nette Aufmerksamkeit. Trotzdem wurde es nicht allzu spät, denn wir mussten am nächsten morgen früh aufstehen; unser Flug nach Delhi ging um halb acht.

Um fünf Uhr stand der Bus vor dem Hotel für uns bereit. Lukman hatte für jeden ein Frühstückspaket besorgt, und nachdem wir das Gepäck verladen und uns verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Alles lief wie am Schnürchen, bis wir durch die Sicherheitskontrolle mussten. Mein Mann wurde zur Seite genommen, weil man in seinem Handgepäck Etwas Verdächtiges gefunden hatte. Sein gesamter Rucksack wurde ausgepackt, bis sie schliesslich die vermeintliche Bedrohung gefunden hatten: einen Massstab mit zwei winzigen Metallenden in den tiefen Winkeln seines Rucksacks, den er seit Ewigkeiten schon dabeihatte und schlicht übersehen hatte, ihn vor der Abreise herauszunehmen. Sogar der kontrollierende Sicherheitsbeamte musste darüber lachen. Und obwohl die ausführliche Kontrolle für Verzögerungen sorgte, waren wir dennoch früh genug am Flugzeug, wo wir, bevor wir einsteigen durften, noch einmal einer Kontrolle unterzogen wurden – Frauen und Männer getrennt. Die Nepalesen haben eine reichlich übertriebene Vorstellung von Sicherheit! Einmal in der Luft flogen wir diesmal ziemlich nah an den Gipfeln des Himalaya entlang, sodass wir die Berge doch noch eine Weile bewundern konnten.
In Delhi verabschiedeten wir uns nach einer weiteren Gepäckkontrolle von unseren Reisegefährten, die weiter nach Amsterdam flogen, während wir uns zum Gate für Zürich begaben. Unser Flug startete rechtzeitig und nach einem endlosen Flug (10 Stunden) landeten wir ebenfalls pünktlich in Zürich.
Da in Zürich selbst überall Strassenbaustellen im Gange sind, gab es keine direkte Verbindung vom Flughafen nach Brig; wir mussten am Hauptbahnhof umsteigen, und dieser Anschluss war auch wieder viel später, sodass es nochmals endlos lange dauerte, bis wir uns endlich um halb eins nachts zu Hause auf unser Sofa fallen lassen konnten.
Aber was für eine Reise! Davon werden wir noch sehr lange schwärmen!

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